HSDPA Möglichkeiten und Grenzen
Seit Anfang 2006 hört man oft das Schlagwort HSDPA, meist in Zusammenhang mit UMTS. HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) fungiert als Erweiterung der UMTS-Netze. Damit ist (zumindest theoretisch) der Vorteil verbunden, dass keine großen Neugestaltungen nötig sind, wie etwa, dass neue Basisstationen errichtet werden müssen. HSDPA wickelt die Datenübertragung und Paketvermittlung wirkungsvoller als UMTS ab. So werden alle relevanten Kanäle gebraucht und nicht nur wie bisher ein Kanal. Dabei werden den Verbrauchern verschiedene Prioritäten zugeteilt. So haben Kunden mit sehr guten Bedingungen bezüglich des Empfangs eine bessere Zufuhr an Datenverkehr. Dennoch haben aber alle Anwender genug Kapazität, um das Netz zu nutzen.Nutzer des alten UMTS Netz ärgerten sich oft darüber, dass in einer UMTS-Zelle höchstens 4 User eine ordentliche Übertragungsrate hatten. Mit HSDPA sind es nun immerhin bis zu 15 Anwender. Durch eine intelligente Kommunikation des Mobilfunkgeräts mit der Basisstation kann darüber hinaus garantiert werden, dass die Daten mit deutlich weniger Fehler ihr Ziel erreichen. HSDPA baut außerdem auf ausgeklügelte Modulationsverfahren. Dabei kommen QPSK (Quadrature Phase Shift Keying) sowie 16-QAM (16 Level Quadratur Amplituden Modulation) zum Einsatz. Dadurch können durch QPSK pro Schritt der Übertragung 2 Bit simultan gesendet werden und mit QPSK sogar 4 Bit. Dabei bleibt aber zu erwähnen, dass damit auch die Störanfälligkeit größer wird. Weiterhin kann auf eine Fehlerkorrektur nach FEC (forward error correction) zurückgegriffen werden. Dabei werden an die Nutzdaten redundante Daten angehängt. Damit kann der Empfänger die Daten selbstständig korrigieren, wenn es zu Fehlern kommt. Somit muss der Empfänger die Daten nicht neu anfordern, womit die Übertragung schneller wird. Dazu dürfte auch die Senkung der Latenzzeit beitragen. HSDPA ist in der Lage alle 2 ms ein Datenpaket zu schicken. Zum Vergleich: UMTS schaffte den Paketversand nur alle 10 ms. Ein weiteres Verfahren von HSDPA ist Shared Channel Transmission. Damit können die Nutzer auf mehrere Übertragungscodes bauen, womit die UMTS-Zelle besser ausgelastet werden kann. Zur Kapazitätssteigerung tragen ferner die Verfahren AMC (Adaptive Modulation and Coding) sowie FH-ARQ (Fast Hybrid Automatic Repeat Request) bei.
Insgesamt gilt für HSDPA, dass das nicht sonderlich schnelle Transport-Protokoll eine mögliche Internetnutzung erschwert. Grundsätzlich verhilft HSDPA dem Nutzer zu mehr Mobilität. Dennoch sind die Probleme der Mobilfunkbetreiber größer als gedacht. Das UMTS Netz ist für die hohe Geschwindigkeit nicht geschaffen. Daher müssen doch hohe Geldsummen in Form von Netzinvestitionen getätigt werden. Die Kosten dafür trägt im Endeffekt wieder der Verbraucher. Diese Kosten summieren sich für den Kunden, denn er muss auch neue Hardware erwerben, um HSDPA überhaupt zu nutzen.